Geschichte Mosambiks

Portugiesische Kolonialherrschaft

Arabischer Einfluss

Schon bevor die ersten Europäer Mosambik erreichten, betrieben Araber Handel mit Gold, Elfenbein und Sklaven. Dies führte zu der islamischen Prägung der afrikanischen Ostküste. Bis 1898 war die Stadt Ilha de Moçambique (benannt nach dem arabischen Scheich Moussa Ben Mbiki) Hauptstadt des Landes. Sie gab dem Land auch seinen Namen.

Portugiesen nehmen Handelsplätze für sich ein

Im Jahre 1498 erreichte Vasca da Gama, ein portugiesicher Seefahrer, die Insel von Mosambik, nachdem ein Jahr zuvor Pedro da Covilhão als erster Portugiese in Sofala landete, als er im Auftrag des portugiesischen Königs den Seeweg von Arabien nach Ostafrika erkundete. 1506 drangen die Portugiesen auf der Suche nach Gold entlang des Sambesi ins Landesinnere ein. Jahrhunderte lang begnügten sie sich mit dem Handel von Sklaven und kümmerten sich nicht groß um die Bevölkerung. Zwangsarbeit, ausbeuterische Arbeitsverträge und rücksichtslose Behandlung bis ins 20. Jahrhundert führte zu äußerst schlechten Lebensbedingungen in den Kolonien.


Der Weg in die Unabhängigkeit

Einflüsse auf die portugiesische Macht

Durch den Angola-Vertrag (1898), der niemals umgesetzt wurde, versuchten Deutschland und Großbritannien Einfluss auf Mosambik zu bekommen. Während des Ersten Weltkrieges erklärte Südafrika Mosambik zu ihrem Eroberungsziel. 1917-1918 besetzten jedoch deutsche Truppen die Nordhälfte des Landes.

Frente da Libertaçáo de Moçambique

Um das Land zu befreien, gründete sich 1962 die „Mosambikanische Befreiungsfront“, kurz FRELIMO, die ab 1964 bewaffneten Widerstand gegen die Kolonialherren leistete. Ihr Kampf wurde aber erst erfolgreich, nachdem im Zuge der Nelkenrevolution das diktatorische Regime in Portugal gestürzt wurde. So erlangte Mosambik am 25. Juni 1975 nach knapp 500 Jahren Kolonialherrschaft die Unabhängigkeit. Dieser Tag gilt bis heute als Nationalfeiertag.

Volksrepublik Mosambik

FRELIMO-Anführer Samora Moisés Machel wurde erster Präsident. Dies geschah jedoch nie durch offizielle Wahlen. Außerdem setzten sich (nach den schlechten Erfahrungen mit der kapitalistischen Welt) marxistische Kräfte innerhalb der FRELIMO durch. Beziehungen zur Sowjetunion und der DDR wurden geknüpft. Wie auch in anderen sozialistischen Staaten kam es zur Verstaatlichung der Industrie, der Gründung von landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften und zu Einschränkungen der Religionsfreiheit. Zusätzlich wanderten europäische Fachkräfte ab und die Wirtschaft des Landes erlitt starken Schaden. Nachdem Machel 1986 bei einem Flugzeugabsturz starb, wurde Joaquim Alberto Chissanó Präsident.


16 Jahre Bürgerkrieg

Resisténcia Nacional Moçambicana

Durch diese Konfliktpunkte wurden Rufe nach einer Neugestaltung des mosambikanischen Staates in ein demokratisches Mehrparteien-System mit freien Wahlen und einer gemeinsam erarbeiteten und akzeptierten Verfassung laut. Um dieses Ziel zu erreichen, entstand in den 70er Jahren die Widerstandsbewegung , geleitet von Afonso Dhlakama. Sie bestand in erster Linie aus politisch unerfahreneren Guerilla-Kämpfern, die sich in Buschwäldern versteckten. Die Strategie der RENAMO war es, alles zu zerstören, was die Regierung aufzubauen versuchte. Dabei glaubten sie, den Rückenhalt der unzufriedenen Bevölkerung zu haben und insgeheim die eigentlich gewollte Regierung zu sein. Die Auseinandersetzungen brachten der Bevölkerung jedoch nur noch größeres Leid. Die Menschen kämpften ums bloße Überleben. Kleidung und Nahrung waren nicht mehr in ausreichender Menge vorhanden und Mosambik wurde das ärmste Land der Welt.


Friedensverhandlungen

Die „italienische Formel“

Da die Regierung selbst die Rebellen in ihrer Propaganda als „bewaffnete Banditen“ bezeichnete, gab es lange Zeit keine Möglichkeiten zur Konfliktlösung. Letztendlich gelang er der italienischen Gemeinschaft Sant‘Egidio Beziehungen zu beiden Parteien aufzubauen. Nachdem Kenia als Vermittler ausschied und andere Staaten (wie Simbabwe) wegen unterschiedlicher Sympathien zu den Parteien jeweils abgelehnt wurden, ernannte man die Beobachter der Verhandlungen im katholischen Kloster Sant‘Egidio zu offiziellen Vermittlern. Neben Matteo Zuppi und Andrea Riccardi der besagten Gemeinschaft waren es Mario Raffaelli, ein Mitglied des italienischen Parlaments und Jaime Gonçalves, der Bischof von Beira.

Der schwierige Weg zum Frieden

Sie versuchten nicht, die Parteien zu einem schnellen Abkommen zu zwingen, sondern einen stabilen inneren Frieden herzustellen. Dabei musste die RENAMO geschlossen von einer Rebellen-Bewegung in eine politische Partei umgestaltet werden, deren einziges Druckmittel der bewaffnete Kampf war. So wollten sie die Waffen erst niederlegen, wenn alle politischen Konfliktpunkte abschließend geklärt sind und ausreichende Garantien für die Zeit danach existierten.

Die Regierung hingegen wollte einen schnellen Frieden und die kritischen Punkte selbst angehen ohne jedoch zu früh ihren Machteinfluss zu riskieren. Nach einer Verhandlungsphase von 27 Monaten mit verschiedener internationaler Unterstützungen wurde letztendlich am 4. Oktober 1992 in Rom das Friedensabkommen unterzeichnet. Unter Aufsicht von UN-Truppen wurden 1994 erstmals freie Wahlen durchgeführt. Amtierender Präsident ist Armando Guebuza (FRELIMO).

Mittlerweile befindet sich Mosambik wieder in einem Aufwärtstrend.

Vasco da Gama

Samora Machel (1. FRELIMO-Präsident

Joaquim Alberto Chissanó 2. FRELIMO-Präsident

Armando Guebuza (Präsident der FRELIMO ab 1994)

Kloster Sant'Egidio

Friedensverhandlungen in Rom

Unterzeichnung des Friedensabkommens (4. Oktober 1992)


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